Grüne lehnen Beteiligung des EWV am RWE – Projekt „Green Gecco“ ab

Am Dienstag hat der Kreistag eine Beteiligung des EWV (Energie- und Wasserversorgung Stolberg GmbH) an dem RWE-Projekt „Green Gecco“ beschlossen. Dahinter verbirgt sich eine von RWE geführte Beteiligungsgesellschaft, die u. a. Offshore – Windparks in Schottland, eine Biogasanlage in Sachsen-Anhalt und ein Holzheizkraftwerk in Siegen-Wittgenstein errichten und betreiben will, in die auch zahlreiche Stadtwerke mit einer Beteiligung von 49% eingebunden werden sollen.
Die Grünen begrüßen zwar das Engagement von RWE in Sachen Erneuerbare Energien grundsätzlich, haben aber diese Form der Beteiligung von kommunalen Stadtwerken und regionalen Energieversorgern abgelehnt.
Gudrun Zentis, die Vorsitzende der grünen Kreistagsfraktion: „Wir freuen uns, dass RWE, nachdem der Konzern den Ausbau der Erneuerbaren Energien jahrelang erst belächelt und dann bekämpft hat, nun selbst endlich in dem Bereich aktiv wird. Leider ist die Wende nur halbherzig, denn einer Milliarde Investitionen für Erneuerbare stehen sieben Milliarden Euro für Kohle und Atom bei RWE gegenüber. Unverständlich ist außerdem, dass RWE trotz prall gefüllter Konzernkassen seine wenigen Projekte bei den Erneuerbaren Energien von Stadtwerken mitfinanzieren lassen will. Wir wollen Investitionen unserer Stadtwerke und Stromversorger in Erneuerbare Energien und den Aufbau einer dezentralen und klimafreundlichen Energieversorgung. Aber das soll vorzugsweise hier in der Region geschehen. Es gibt Dutzende möglicher Projekte in der Region und deshalb keinen Grund, das Geld der Stromkunden in Schottland zu investieren. Wir wollen Wertschöpfung und Arbeitsplätze mit solchen Zukunftsinvestitionen hier in der Region schaffen.“
Dass die Region dabei noch erheblichen Nachholbedarf hat, zeigt sich zum Bespiel in der Stadt Düren, aber auch beim EWV. So erzeugen die Stadtwerke Düren fast keinen eigenen Strom aus Erneuerbaren Energien oder effizienter Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Gudrun Zentis: „Statt in schottische Windparks zu investieren, sollten die Stadtwerke das Geld in der Stadt Düren in Erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung investieren.“
Die Grünen sehen außerdem erhebliche Risiken für die Kommunen durch den Mehrheitsbesitz von RWE.
„RWE bleibt in der geplanten Gesellschaft mit 51% immer bestimmende Kraft und stärkt seine Monopolstellung im Strommarkt. Einmal beteiligt sind die Stadtwerke RWE ausgeliefert. Und ob RWE im Sinne der Stadtwerke und nicht nur für das eigene Interesse handelt, darf man mindestens bezweifeln.“

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