Castortransporte aus Jülich

Die Bundesregierung verhandelt mit den großen Energieversorgern über die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke. Umweltminister Röttgen hatte sich nach der Wahl für den Ausstieg vom Ausstieg wohl zuviel Zeit gelassen, denn die Energieunternehmen wurden ungeduldig. Das ist auch kein Wunder, denn schon dieses Frühjahr soll mit Neckarwestheim I das nächste Kraftwerk vom Netz genommen werden. In großen Kampagnen wird mit der Versorgungssicherheit und Umweltschutzaspekten argumentiert, in Wirklichkeit geht es nur um Geld. Um richtig viel Geld: Es wird mit zweistelligen Milliardenbeträgen gerechnet. Das weckt auch Begehrlichkeiten bei der Regierung die für die Laufzeitverlängerung belohnt werden will.
Dass es sich dabei um Milchmädchenrechnungen handelt, zeigt nicht erst die kürzlich beschlossene Bergung des Atommülls in der Asse auf Kosten des Steuerzahlers. Wohin man mit dem Müll will ist noch nicht geklärt. Im Gespräch ist Schacht Konrad bei Salzgitter. Einen ähnlichen Fall erleben wir hier im Kreis Düren. Auch der Atommüll des Versuchsreaktors Jülich soll verschoben werden, die Castorbehälter stehen schon bereit. Die Betreiber des Brennelementelagers Ahaus haben schon den Genehmigungsantrag beim Bundesamt für Strahlenschutz gestellt. Bis 2019 soll soll der in Ahaus angelieferte Atommüll ebenfalls in Schacht Konrad endgelagert werden. Die Frage ist eigentlich nur wie lange…
Am 23. Januar findet ein landesweiter Aktionstag gegen die Castortransporte statt, den ich persönlich unterstützen werde.

Von der Homepage http://www.kein-castor-nach-ahaus.de:

Warum Jülich?
In Jülich macht der Abriss des alten AVR-Reaktorsgroße Probleme. 2011 soll der Reaktordruckbehälter in einem hochriskanten Manöver mehrere hundert Meter versetzt werden. Der Boden unter dem Behälter ist radioaktiv verseucht und Ahaus soll die hochproblematischen Brennelementkugeln in 152 Castoren bekommen.
Zudem betreibt die GNS auf dem Gelände des Forschungszentrums eine Landessammelstelle für das Land Niedersachsen. Auch von dort soll Atommüll nach Ahaus gebracht werden.

Plakat Aktionstag am 23.01.2010 in Jülich
Eintrag dazu auf dem Blog von Jörg Benter

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