Aktionstag gegen Castortransporte aus Jülich

Der erste Aktionstag gegen die Verschiebung von radioaktivem Müll ins Zwischenlager in Ahaus auf dem Marktplatz in Jülich fand unter Beteilung vieler Grüner aus dem Kreisgebiet statt.
Am Vormittag hatten die Jülicher Grünen bereits einen Infostand in Marktnähe organisiert. Neben Informationen zur Anti-Atompolitik der Grünen auf Landes- und Bundesebene, informierten die Grünen auch über den Sachstand des in Jülich im Forschungszentrum befindlichen Kugelhaufenreaktors.
Bereits 1988 wurde der Versuchsreaktor stillgelegt. Der Reaktorkern, 26 m hoch und 2000 Tonnen schwer ist stark verstrahlt. Dieser wird demnächst als Ganzes 200 Meter weit in eine eigens dafür errichtete Halle transportiert. Dort kann er dann bewacht und gesichert über Jahrzehnte weiter strahlen.
Diese ganze Aktion ist erforderlich, da man festgestellt hat, dass radioaktivverseuchtes Kühlwasser des Reaktors durch Keller und Boden ins Erdreich gelangt ist und langsam und stetig immer noch ins Grundwasser und in die Rur gelangt.
Ist der Reaktorkern verschoben, kann das kontaminierte Erdreich entsorgt werden.
Darüber hinaus befinden sich in Jülich noch 300.000 hochradioaktive Brennelementekugeln in 152 Castorbehältern, die demnächst nach Ahaus transportiert werden sollen.
Passanten, auch ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sagten im persönlichen Gespräch, dass sie diese Woche überrascht waren über die Informationen aus der Presse und konnten sich nicht daran erinnern, vor 20 Jahren etwas erfahren zu haben, dass es im Kugelreaktor zu Störfällen gekommen ist. Viele von ihnen „vernichteten“ mit Begeisterung die von den Jülicher Grünen angebotenen kleinen Atomkraftwerke auf eine biologisch unbedenkliche Art und Weise, nämlich durch Verzehr von Backwerk.
Tatsache ist, dass der Reaktorkern aufgrund seiner hohen Radioaktivität die nächsten Jahrzehnte nicht abgebaut und zerlegt werden kann und somit ein Abtransport aus Jülich nicht erfolgen kann. Was bringt es da in Anbetracht der Tatsache, dass ein Endlager nicht vorhanden ist, die 152 Castorbehälter in ein Zwischenlager nach Ahaus zu bringen, schließlich wurden die Behälter bereits 20 Jahre in Jülich gelagert.
Am 24. April finden die nächsten Aktionen gegen diesen unsinnigen und risikobehafteten Transport in Ahaus statt.

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