Grüne Landtagsfraktion macht zum U3 Ausbau den Praxistest, Gudrun Zentis besuchte Johanniskindergarten in Siersdorf

Viele Jahre war Nordrhein-Westfalen in der Länderstatistik das Schlusslicht beim U3-Ausbau. Seit 2010  investierte das Land  600 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung. Wenige Wochen vor Inkrafttreten des U3-Rechtsanspruchs besuchten 29 Landtagsabgeordnete insgesamt 43 Kitas in 37 Städten.  Die Grüne Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis aus Nideggen machte sich ein Bild vom Johanniskindergarten und dem Familienzentrum in Aldenhoven-Siersdorf. „Beindruckend war für mich das enorme Engagement der Fachkräfte, die hoch motiviert auf das Wohl der Kinder und der ganzen Familie fixiert sind. So veranstaltete die Einrichtung als Muttertags-Geschenk ein Wellnesstag für Mütter, an dem die Mama eingecremt und verwöhnt wurde, oder Elternkaffes an zwei festen Tagen während der Abholphase. Gerade in einer Ländlichen Gemeinde ist so etwas wichtig, da es vor Ort häufig keine Begegnungsstätte gibt. Den Familien wird hier eine Vernetzung über  den Kindergartenalltag hinaus ermöglicht. Auffällig war auch die gute Vernetzung mit der benachbarten Schule wie ein gemeinsamer Mittagstisch, Nutzung der Sporthallen, gemeinsame Chorprojekte und  Fortbildungen,“ so Zentis.

Im Gespräch mit der Leiterin Inge Derno wurde im Gespräch auch die Rahmenbedingungen thematisiert. „Der Umbau fand am offenen Herzen statt. Trotzdem sind wir jetzt froh, dass wir den U3 Ausbau auf insgesamt 23 Plätze realisiert haben. Wünschen würden wir uns  ein sogenanntes Krankenzimmer oder die Möglichkeit der Unterbringung und Beaufsichtigung von (noch) kranken Kindern berufstätiger Eltern,“ so Derno.

Gerade in schwierigen Sozialräumen wird mehr personelle Unterstützung eingefordert, zu knapp bemessenen Kindpauschalen , unzureichende finanzielle Planungssicherheit sowie zertifizierte Fortbildungen für den U3-Ausbau  und eine klare Ansage an die Eltern, was überhaupt möglich ist  wurden angesprochen.

 

Wissenswertes:

Das Betreuungsgeld wird ab 1. August 2013 bezahlt und beträgt zunächst im ersten Jahr 100 Euro monatlich für Kinder im zweiten Lebensjahr.

150 Euro monatlich ab dem 1. August 2014 für jedes Kind im zweiten und dritten Lebenjahr. Es wird ab dem 15. Lebensmonat für höchstens 22 Monate gezahlt.

Für Arbeitslosengeld II-  und Sozialhilfeberechtigte gibt es kein Betreuungsgeld.

Die kommunalen Spitzenverbände rechnen in NRW mit Verwaltungskosten von 4,7 Millionen Euro.

Der Bundeshaushalt wird mit vorrausichtlich 1,5 Milliarden Euro belastet.

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