Anonyme Spurensicherung bei Verwaltigungsopfer: Mehr Geld im Landeshaushalt 2014

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Landtag NRW haben sich bei den Verhandlungen über den Haushalt 2014 auf zusätzliche Mittel in Höhe von 400.000 Euro für eine flächendeckende anonyme Spurensicherung bei Vergewaltigungen verständigt. Dazu erklärt die GRÜNE Landtagsabgeordnete im Kreis Düren Gudrun Zentis:
„Die rechtskräftige Verurteilung von Vergewaltigern ist oft deshalb so schwierig, weil Spuren nicht rechtzeitig gesichert wurden. Der Grund ist, dass Vergewaltigungsopfer in dieser seelischen Ausnahmesituation oft nicht in der Lage sind, fremden Menschen den detaillierten Tathergang zu beschreiben. Opfern, die nicht unmittelbar eine Anzeige erstatten können, wollen wir mit der anonymen Spurensicherung helfen. Sie können durch eine anonyme Spurensicherung Nachweise von Sperma oder Blut, Kratzer und innere Verletzungen sichern und anonymisiert einlagern lassen.“
Im Kreis Düren wird bereits seit April 2012 eine Spurensicherung in anonymisierter Form angeboten. Die Krankenkassen tragen die Kosten für die Untersuchung und Behandlung. Betroffene können derzeit im Krankenhaus Düren und das St. Marienhospital in Birkesdorf eine anonyme Spurensicherung vornehmen lassen. Eine unmittelbare Spurensicherung ist deshalb so wichtig, da z.B K.O. –Tropfen ein Nachweis im Blut nach sechs Stunden und im Urin nach 12 Stunden seit der Aufnahme unwahrscheinlich ist. Die Betroffenen können sich mit einer Anzeige Zeit lassen. Zur Anzeige haben die Betroffenen zwei Jahre Zeit. Damit die Organisation und Überführung der Spuren und Proben an die Rechtsmedizin Köln gewährleistet ist, sorgt der ehrenamtliche Verein HObAS- Hilfe für Opfer bei anonymer Spurensicherung. Wird die Sexualstraftat innerhalb der zwei Jahre angezeigt, übernimmt der Verein ebenfalls die Kosten für die Untersuchung im Rechtsmedizinischem Institut. Weitere Informationen gibt es beim Verein HObAS, Ansprechpartnerin Sigrid Bergsch (0157/ 89300665).

Teile diesen Inhalt: