Gudrun Zentis besucht die Schule für Kranke im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

am 5. Mai 2014 von 11-14 Uhr

 „Schulen für Kranke leisten einen wichtigen Beitrag für die Inklusion von Kindern und Jugendlichen in gesundheitlichen Krisen. Ich bin beeindruckt, mit wieviel persönlichem Einsatz und Fachkompetenz sich die verschiedenen Fachkräfte gemeinsam um die Schüler kümmern“,sagte die Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen nach ihrem Unterrichtsbesuch und einem Austausch mit den pädagogischen, medizinischen und therapeutischen Fachleuten.
Bei dem gemeinsamen Gespräch hob der Schulleiter Herr Rüdiger Reichle hervor, dass die Fallzahlen bei den Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen erheblich angestiegen seien. Die stationären Aufenthalte würden dabei durch die Veränderungen in der Gesundheitspolitik und durch neue medizinische Verfahren immer kürzer. „Dadurch können immer weniger Schülerinnen und Schüler die Schule für Kranke besuchen, denn das Schulgesetz verlangt eine mindestens vierwöchige Unterbrechung des regulären Schulbesuchs durch eine stationäre Behandlung als Voraussetzung für den Besuch der Schule für Kranke“, so Herr Reichle.
Er bedanke sich bei Andreas Disselnkötter von den Herdecker Grünen für die Vermittlung zu der Landespolitikerin, die mit ihm gemeinsam vor kurzem die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der Schulleitungen der Schulen für Kranke in NordrheinWestfalen besucht hatte. „Mir ist in den vielen Gesprächen der letzten Wochen deutlich geworden“, so Gudrun Zentis, „dass einige der rechtlichen Rahmenbedingungen der Schulen für Kranke nicht mehr zeitgemäß sind. Es muss möglich sein, dass erkrankte Kinder und Jugendliche auch bei kürzeren Krankenhausaufenthalten die Schule für Kranke besuchen können, nicht zuletzt, weil sie längst ein konstitutiver Bestandteil der Diagnostik ist .“ Es müssten darüber hinaus gemeinsam Lösungen für solche Betroffenen gefunden werden, die nicht regelmäßig eine Regelschule besuchen und nicht stationär behandelt werden können. Auch sie sollten den Anschluss nicht verlieren und in vielen Fällen sei es sinnvoll, frühzeitig einen medizinisch-therapeutischen Prozess einzuleiten.
Für die Schulen für Kranke ergänzte Herr Reichle, dass die Ausbildungsverordnung sonderpädagogische Förderung sowie die Regelungen des Schulgesetzes entsprechend überprüft werden sollten. Gudrun Zentis kündigte an, dass die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen dazu demnächst ein Fachgespräch ausrichten wird, um mit allen Beteiligten die Verbesserung und Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen zu erörtern. Dazu werden auch Expertinnen und Experten von der Herdecker Schule für Kranke eingeladen.
Abschließend besuchte Gudrun Zentis noch die Krankenhauskantine „rebional“ und lobte das Konzept: „Gesundes und leckeres Essen mit Produkten aus der Region: das ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll.“

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