Unterschriften gegen die geplante Fernwärmeversorgung der Morschenicher Umsiedler übergeben

Im Rahmen der politischen Fahrradtour der Grünen rund um den Tagebau Hambach wurde auch in Morschenich Station gemacht. Dort wurde die Fahrradgruppe erwartet von den Merzenicher Grünen Ingeborg Johnen- Geuenich, Edith Giffeler-Markiewicz und Vera Boltersdorf sowie dem Grünen Kandidat Johannes Müller für Golzheim. Neben erfrischenden Getränken gab es zur Stärkung selbstgebackenen Kuchen und Obst.

Anlässlich des Besuches wurde seitens der Bürger von Morschenich Gudrun Zentis MdL eine Unterschriftenliste mit weit mehr als 500 Unterschriften übergeben. Die Morschenicher Umsiedler bringen damit ihren Unmut zum Ausdruck zwangsweise in Morschenich–Neu an ein Fernwärmenetz gebunden zu sein. Die Morschenicher werden einen diesbezüglichen Bürgerantrag in den neuen Rat von Merzenich einbringen.

Gudrun Zentis, als zuständige Landtagsabgeordnete für den Bereich der Braunkohle und Mitglied des Braunkohlenausschusses der Bezirksregierung Köln hatte sich bereits in den letzten Wochen mit diesem Problem der Umsiedler von Morschenich befasst, Briefe Geschrieben und anfragen gestellt.

Gudrun Zentis: „Es erstaunt schon, wie eine gute Sache so schlecht umgesetzt werden kann wie in Merzenich. Wir haben uns im Kreis Düren wie im Braunkohleausschuss dafür eingesetzt, dass Morschenich-Neu Umweltstandards erhält, möglichst energieautark wird und somit zu einem Leuchtturmprojekt einer gelungen Umsiedlung wird, die aufzeigt, dass mit intelligentem Systemen Braunkohletagebaue überflüssig sind. Die so wie so schon durch die Umsiedlung gebeutelten Morschenicher sollten Kosten beim Bau ihres neuen zu Hause sparen können mit einer günstigen Fernwärmeversorgung“. Die Planungshoheit liegt bei der Kommune Merzenich, die nicht dafür gesorgt hat, dass eine Ausschreibung erfolgte oder die Bürger gefragt wurden dies genossenschaftlich selbst zu organisieren. Im Eilverfahren ging alles durch die Entscheidungsgremien in Merzenich. Der Vertrag für die Fernwärmeversorgung ist mit den SWD (Stadtwerke Düren) geschlossen worden, einer Gesellschaft mit hoher RWE Beteiligung. Es besteht Anschlusszwang. Die Nutzer können sich keinen anderen Anbieter der Fernwärmeversorgung suchen. Alles ist grundbuchamtlich geregelt. Der Bürger ist zu Recht verärgert, wenn es noch teurer wird als eine dezentrale Heizungsanlage und man keinen Einfluss mehr ausüben kann auf die eigenen Energiekosten, außer im kalten zu sitzen. Dazu auch die Nutzung von Solarthermie auf dem eigenen Hausdach auszuschließen ist ein Stück aus dem Tollhaus.

„Ich werde mich mit den Merzenicher Grünen für die Interessen der Umsiedler einsetzen, auch in Düsseldorf“, so Zentis weiter. „Der Erfolg der Umsiedlung hängt wesentlich davon ab wie die Betroffenen einbezogen, mitwirken und mitbestimmen können. So wie die Gemeinde es jetzt macht, werden nicht viele Morschenicher nach Morschenich-Neu umsiedlen.

Foto: Hubert Perschke

Foto: Hubert Perschke

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