Bericht über Radtour rund um den Tagebau Hambach

11:00 Uhr Abfahrt Buir Bahnhof

Die Grünen des Rhein-Erft-Kreises und aus Kerpen begrüßten die Gruppe und wünschten eine gute Fahrt. In Manheim traf man sich wieder

11:25 Uhr Zwischenstopp Manheim

In der Ortsmitte Manheims referierte Hubert Perschke über die Situation der Umsiedler aus Manheim und darüber, wie sein Buch entstand. Viele Häuser sind bereits verlassen, vernagelt und verfallen. Die Bewohnerinnen und Bewohner sind bereits verzogen. Viele Container mit Hausrat prägten das Straßenbild. Weder Geschäfte noch Gaststätte waren geöffnet.

12:05 Uhr Zwischenstopp Terra Nova

Hier erwartete uns Anna Stenz, Vorsitzende des Rhein-Erft-Kreises der Grünen und Spitzenkandidatin für den Kreistag. Terra Nova (Neue Erde) steht für das, was mal kommen soll, wenn der Tagebau ausgekohlt ist. Ein Gebäude mit Bullaugen, ein Projekt der Euregionale 2008, ein Spielplatz mit Klettergerüst in Form eines Schiffes, Netze zum Klettern, wie eine Steganlage, die zur Promenade an der Tagebaukante führt, versehen mit Liegestühlen, Sonnenschirmen und Pollern sollen bereits das Feeling eines maritimes Ambientes vermitteln. Der See wird kommen ab dem Jahr 2045. Bis das Loch vollgelaufen ist mit Rheinwasser wird es Jahrzehnte dauern, der größte künstliche See Deutschlands und der zweitgrößte See nach dem Bodensee.

12:25 Uhr Zwischenstopp Aussichtspunkt Elsdorf

Hier gab es die erste Versorgung mit Speisen und Getränken durch Anna Stenz und Johannes Johannes Bortlisz-Dickhoff von den Kreisgrünen. Er führte über die Geschichte des Tagebaus aus, die in der Ville begann und wie sie sich fortsetzte. Anhand der am Aussichtspunkt befindlichen Informationstafeln wurden die Auswirkungen des Tagesbaus auf die Region aus grüner Sicht dargelegt.

13:20 Uhr Zwischenstopp Parkplatz Höllen Rödingen

Da nun eine etwas längere zusammenhängende Wegstrecke hinter uns lag fand ein kurzer Halt statt, damit die Gruppe sich sammeln konnte. Immer wieder gab es auf dem Weg Einblicke in den Tagebau, auf die monströsen Schaufelbagger und Absetzer, die dabei waren, die Sophienhöhe noch immer weiter zu vergrößern. Junger Bewuchs von Bäumen und Sträuchern verbergen den großen Eingriff in die Natur. Kurz wurde das Thema „Umzug der Kartbahn an den Rand der Sophienhöhe“ angesprochen, denn auch Schummis Kartbahn in Kerpen-Buir fällt dem Tagebau zum Opfer. Es ist schwierig für eine derartige Freizeiteinrichtung den richtigen Standort zu finden, ohne dass vor allem Anwohner in ihrem berechtigten Freizeit- und Erholungsbedürfnis noch mehr als durch den Tagebau belastet werden. Auch das Vorhaben die Sophienhöhe mit dem Projekt „Bergwelt Sophienhöhe“ zu einem touristischen Anziehungspunkt für Tagestouristen und Camper zu gestalten wurde diskutiert.

13:50 Uhr Zwischenstopp Parkplatz Stetternich

Hier erwarteten uns die Jülicher Grünen mit Erfrischungen. Es gab Informationen zum Hambacher Forst, bzw. zur Entstehung des Bürgerwaldes von Emily Willkomm-Laufs. Marita Boslar hatte Informationen zur Sophienhöhe parat. Man traf sich an einer Stelle, die schon die alten Römer als Via blegica nutzten, in deren Nähe ein historischer Meilenstein steht und bis der Tagebau die Verbindung durchtrennte, dies der kürzeste Weg von Jülich nach Elsdorf über die alte B 55 war. Nunmehr ist Mensch mit Umwegen belastet.

14:40 Uhr Zwischenstopp Messstation Niederzier

Hier erwarteten uns die Niederzierer Grünen. Informationen zur Feinstaubmessstation, zum von Grünen geforderten und durch die Bürgermeister im Kreis Düren abgelehnten revierweiten Luftreinhalteplan, über Überschreitungstage, unterschiedliche Normen zwischen der EU und Deutschland bezüglich Grenzwertüberschreitungen und die Schädlichkeit des gemessenen PM 10 und noch kleinerer Partikel wurden von Oliver Krischer MdB und Gudrun Zentis gemacht. Visuell war der Höhepunkt der Tour ebenfalls in Niederzier. 100 Luftballons mit kleinen Kärtchen stiegen in die Luft. Wir hoffen viele Karten zurück geschickt zu bekommen in das Kreisbüro der Grünen in Düren. Wir wollen wissen, wie weit der Feinstaub sich trägt.

15:20 Uhr Zwischenstopp Bandsammelpunkt

Hier referierte Alexander Bernhard über die CO² Emissionen und ihre lange Überlebensdauer in der Atmosphäre. Als Kommunikationsdesigner hat er die Auswirkungen des Tagebaus aus einer anderen Betrachtungsweise deutlich gemacht. In diesem Teil des Tagebaus wurden wir gut bewacht durch die am Tagebau engagierten Sicherheitskräfte des Bergbauunternehmens. Die Polizei, die uns im Rhein-Erftkreis begleitet hatte, war wesentlich freundlicher und angenehmer. Ein Dank auch an die Polizei des Kreises Düren, die ebenfalls sehr zuvorkommend unsere Veranstaltung genehmigt hat.

16:05 Uhr Zwischenstopp Morschenich, Nähe Kirche

Siehe Pressemitteilung

16:30 Endpunkt in Buir

Von Morschenich ging es weiter in der Nähe der Reste des Hambacher Waldes, in Sichtweite des Camps zurück nach Buir. Unterwegs wurde von Bürgern aus Buir das Erscheinungsbild von Polizei und RWE-Power bei den Einsätzen im Camp und Wald geschildert. Nach 50 km rund um den Tagebau begrüßten uns die Bürger für Buir auf einer Anhöhe und brachten ihren verständlichen Wusch von einer Grünvernetzung zwischen Buir, Merzenich und Düren als Freizeitwege-Konzept vor. Bisher haben sie seitens der Stadt Kerpen dazu noch kein positives Signal erhalten.

 

 

 

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