„Die haupt- und ehrenamtlichen Helfer leisten großartige Arbeit“

Im "Kindergarten" der Notunterkunft in Linnich

Im „Kindergarten“ der Notunterkunft in Linnich

„Das größte Problem sind die langen Verweilzeiten. Nach der Ankunft der Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung können bis zu fünf Monaten vergehen, bis die Flüchtlinge den Kommunen zugewiesen werden,“ so der stellvertretende Regierungspräsident der Bezirksregierung Köln Wilhelm Steitz. Die Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis machte sich in ihrem Wahlbezirk Düren mit der neuen Linnicher Bürgermeisterin Marion Schunck-Zencker sowie der Grünen Ortspolitikerin Sonja Bischoff in Begleitung von Steitz ein Bild von der Erstaufnahmeeinrichtung in Linnich. Seit dem ersten Oktober wird die Einrichtung komplett von European Homecare EHC übernommen. Seit Mai 2015 finden hier 500 Flüchtlinge in einer ehemaligen Polizeischule, die sich mitten in der Stadt neben einem Krankenhaus und gegenüber dem Rathaus befindet, eine Unterkunft. Zuvor teilten sich die Zuständigkeiten auf in den Betreiber EHC, den für die Sozialleistungen zuständigen Jugendhilfeträger ZOF, ein Security- Unternehmen und die Bezirksregierung. „Hier gab es viele Probleme in den Schnittstellen,“ so ein Mitarbeiter von EHC. „Noch läuft in der Unterkunft nicht alles optimal, 128 Personen sind noch nicht registriert. Wir müssen noch Personal aufstocken. Die Ehrenamtler können erst jetzt mit einbezogen werden, eine Kraft zur Koordinierung wird eingestellt. Einen Raum für die circa 100 Kinder, der „Kindergarten“ ,mit einer Betreuungsperson wurde laut Aussage von EHC bereits eingestellt.

In der Krankenstation

In der Krankenstation

Ein Frauencafé soll noch eingerichtet werden. Eine Kleiderausgabe gibt es bereits. Kleider und Schuhe werden gerne angenommen, müssen aber gesichtet und sortiert werden. „Die Räumlichkeiten für die Familien eignen sich gut, da jeder Raum über sanitäre Einrichtungen verfügt und die Familien ihre Räume einigermaßen wohnlich einrichten können und sich verantwortlich für die eigenen Räume fühlen. Die angedachte Zwischennutzung der ehemaligen Polizeischule als Flüchtlingsunterkunft ist ideal,“ so Zentis. „Linnich steht zu bunt, das zeigte die Gegendemonstration in Linnich am Sonntag.1800 Menschen zeigen, dass sie die Notsituation der Flüchtlinge richtig einschätzen, so Zentis weiter.

Außerdem besuchte die Landtagsabgeordnete Steitz die kürzlich eingerichteten Erstaufnahmeeinrichtungen in Düren-Cornetzhofschule und Düren-Gürzenich. Der Kreis Düren hat im September eine ehemalige Bundeswehrkaserne in Gürzenich Wald für bis zu 500 Flüchtlinge über Nacht herrichten lassen. Hier gibt es neuwertige Wohngebäude und beheizbare Hallen, eine Küche und viele weitere Räume, die für die Versorgung genutzt werden können.
Beim Aufbau und der Organisation konnte aus den Erfahrungen des Aufbaus des Aufnahmelagers an der Cornetzhofschule profitiert werden. 150 Flüchtlinge wurden im August zur Notaufnahme auf einem Teil des Schulgeländes der Stadt zugewiesen. Viele ehrenamtlichen und städtische Helfer sind hier im Einsatz und unterstützen die Arbeit.

Die Kinderecke

Die Kinderecke

Gudrun Zentis: MdL „ Mein großer Dank gilt allen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Besonders in der Flüchtlingsunterkunft der Cornetzhofschule kümmert sich die AWO mit einer speziellen Kraft um die Ehrenamtlichen. Diese Koordination brauchen wir überall damit der Einsatz der Ehrenamtlichen gezielt erfolgt und sich keiner überfordert und alle anerkannt fühlen. Sie leisten hier im Kreis Düren wie überall in Nordrhein-Westfalen enorm wichtige Arbeit. Es freut mich, wie viele Menschen sich mit Geflüchteten solidarisieren und sich engagieren, indem sie Flüchtlinge willkommen heißen, Deutschkurse anbieten oder in Unterkünften mitanpacken. Wir GRÜNE wollen Menschen, die vor Krieg, Terror und Verfolgung zu uns geflüchtet sind, schützen und unterstützen. Kurzfristig ist es die wichtigste Aufgabe, geeignete Unterkünfte bereitzustellen. Langfristig müssen wir es schaffen, die Menschen zu integrieren. Unterbringung und Integration können nur vor Ort gelingen. Dabei leisten Städte und Gemeinden wie der Kreis Düren Großartiges. Das Land unterstützt seinerseits die Kommunen allein in diesem Jahr mit 810 Millionen Euro bei der Versorgung der Hilfesuchenden. Die Landesregierung hat außerdem durch hartes Verhandeln erreicht, dass sich der Bund ab 2016 endlich strukturell an den Kosten für Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge beteiligt. Den Kommunen haben wir angeboten, die Flüchtlingspauschale des Bundes großzügig aufzustocken und 2016 mehr als 1,9 Milliarden Euro bereitzustellen. Zudem wird Rot-Grün bis zum Jahresende beispielsweise unter anderem mehr als 3600 zusätzliche Stellen für Lehrerinnen und Lehrer bereitgestellt haben. Weniger Verwaltungsaufwand für die Kommunen und mehr Selbstbestimmung für die Flüchtlinge bietet auch die Gesundheitskarte, deren Einführung GRÜNE und SPD in NRW ermöglicht haben.“

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