Waldführung mit Fraktionssprecher Mehrdad Mostofizadeh und Gudrun Zentis MDL

Bei strahlendem Sonnenschein nahmen am vorletzten Sonntag neben 182 Teilnehmenden auch der Vorsitzende der Grünen Fraktion im Landtag NRW Mehrdad Mostofizadeh und Gudrun Zentis, lokale Abgeordnete der GRÜNEN und Sprecherin für Bergbausicherheit sowie der Fraktionsvize im Bundestag Oliver Krischer MdB an der Waldführung des Waldpädagogen und Naturführers Michael Zobel durch den Hambacher Forst teil.

Solange der Wald noch steht macht Michael Zobel regelmäßige Waldführungen um den Hambacher Forst zu retten

Solange der Wald noch steht macht Michael Zobel regelmäßige Waldführungen um den Hambacher Forst zu retten

„Solange der Wald hier steht mache ich diese Waldführungen hier, um das letzte Waldstück noch zu retten“ so Zobel. Er und Eva Töller bieten einmal im Monat kostenlose monatliche Waldführungen durch den Hambacher Forst – oder was davon noch übrig ist und vielleicht gerettet werden kann, an.

Eine außerplanmäßige Führung wird am Samstag von Zobel vor Ostern, den 26.03.2016 um 12:00 Uhr angeboten.

„Hunderte Jahre ist der ehemals 5.500 ha große einzigartige Maiglöckchen-Hainbuchen-Stieleichenwald alt. Hier ist jeder eingeladen, miteinander zu reden und sich selbst ein Bild zu machen. “ so Zobel weiter Aus einer Höhe von 25 Meter seilt sich eine Baumschützerin ab und beantwortet alle Fragen. Sie übernachtet und lebt in einem Baumhaus in 25 Meter Höhe.

Aus 25 Meter seilt sich eine Baumbewohnerin ab

Aus 25 Meter seilt sich eine Baumbewohnerin ab

Auch eine Haselmaus ist dort miteingezogen. „Wie kochen Sie, wie gehen sie auf Toilette, wie kommen Sie runter und rauf?“ wird sie von den Teilnehmenden gefragt. Als 2.500 gezählter Gast stellt auch der achtjährige Julian, der wie viele andere Kinder und Naturliebhaber Fragen an Zobel. Bei einer Mittagspause bei den Wiesenbesetzern gibt es Gelegenheit zu vielen Gesprächen.

Viele dieser Bäume wurde in der letzten Woche trotz Ende der Rodungssaison abgeholzt

Viele dieser Bäume wurde in der letzten Woche trotz Ende der Rodungssaison abgeholzt

Dann geht es zur Abbaukante. Direkt daneben sieht man noch wenige Bilder einer Ausstellung. Künstler hatten zahlreiche Bilder als Ausstellung an den Bäumen befestigt.

Am letzten Tag der Rodungssaison fielen am 29.02.2016 viele dieser Bäume in diesem Jahr der Kettensäge zum Opfer.

Am letzten Tag der Rodungssaison fielen am 29.02.2016 viele dieser Bäume in diesem Jahr der Kettensäge zum Opfer.

Über die ehemalige A4 geht es zum Ausgangspunkt Parkplatz Manheimer Bürge zurück- harmonisch- friedlich mit vielen Gesprächen untereinander.

„Ich kann euch diese Führung nur sehr ans Herz legen. Bald soll dieser jahrhunderte alte Bürgewald dem Tagebau Hambach gänzlich weichen. Also nutzt, so lange es noch geht, die Chance, dieses schöne Stück Natur zu erleben!“ so Zentis.

Nicht mal 24 Stunden später: Es ist Montagmorgen, 7.00 Uhr. Das Camp und der Wald sind zeitweilig von mehreren Hundertschaften, Reiter- und Hundestaffeln sowie Räumfahrzeugen von der Polizei aus NRW von Polizeikräften und Sicherheitsdienst umstellt – dabei auch Mitarbeiter*innen und Maschinen des Energiekonzerns RWE. Drei Baumhäuser werden geräumt, ein Tunnel in der stillgelegten Müllkippe bei Morschenich zugeschüttet. Es gibt keine Festnahmen, doch zahlreiche Platzverweise werden verhängt, um so ein Eindringen von Aktivisten in den Wald zu verhindern. Die Barrikaden auf den Waldwegen werden beseitigt, die Waldwege so verbreitert und mit einem Sand-Kiesgemisch aufgeschüttet. Durch die Verbreiterung und Befestigung der Wege, die sich vorher durch den verwunschenen Wald schlängelten, sind nun wahre Waldautobahnen entstanden. Über dies kann nun RWE jederzeit in den Wald eindringen und dort z.B. Pumpstationen einrichten, die dem Wald den letzten Todesstoß versetzen würden. „Schon das Fällen von ca. 25 Bäumen im Hambacher Forst am 29. Februar 2016, dem letzten Tag der Rodungssaison, durch den RWE Konzern, stellte aus unserer Sicht eine unnötige Provokation dar. RWE hat damit die Bemühungen um den angestrebten Friedensplan konterkariert und gefährdet, und unter Beweis gestellt, dass der Konzern nicht ernsthaft an einer Befriedung der Situation interessiert ist. Das derzeitige Vorgehen der Polizei und des Energiekonzerns RWE konterkariert aus unserer Sicht weiterhin jegliche Friedensplanabsicht, ist zu diesem Zeitpunkt unnötig und überflüssig und trägt nicht zur Eskalationsvermeidung bei, “ so Antje Grothus , Umweltaktivistin der Initiative Buirer für Buir.

Trotzdem wird von Seiten vieler Braunkohlekritiker an einem Friedensplan festgehalten, der mittlerweile von einem breiten Bündnis aus Vertretern der Katholischen und Evangelischen Kirche, Naturschutzverbänden und Initiativen mitgetragen wird. Auch um das letzte Stück Wald des einzigartigen Mai-Glöckchen-Hainbuchen- Stieleichen-Wald zu retten.

Weitere Links Statt Provokation: RWE sollte Konflikt im Hambacher Forst befrieden:
http://gruene-fraktion-nrw.de/blog/blogpost/nachricht/statt-provokation-rwe-sollte-konflikt-im-hambacher-forst-befrieden.html

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