Besuch im Weiterbildungskolleg Euskirchen

zu Besuch im Weiterbildungskolleg Euskirchen

zu Besuch im Weiterbildungskolleg Euskirchen

Am 22. September 2016 besuchte Gudrun Zentis das Weiterbildungskolleg in Euskirchen. Das Weiterbildungskolleg ist an zwei Standorten in Euskirchen zu finden und ist ein Teilstandort des Weiterbildungskollegs in Bonn.  In einem Vorgespräch mit den Schulleitungen aus Euskirchen und Bonn wurden die Probleme der Weiterbildungskollegs erörtert. Das größte Problem ist die Verschärfung der Zugangsvoraussetzungen. Das Bundesbildungsministerium hatte mit der Aberkennung der Schüler-BAFöG-Förderung für alle Weiterbildungskollegs in NRW gedroht. Ursprünglich waren die Weiterbildungskollegs Schulen des zweiten Bildungsweges, wie sie heute auch noch in anderen Bundesländern heißen. Sie waren für Menschen gedacht, die schon Berufstätigkeit hatten. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern haben die nordrhein-westfälischen Weiterbildungskollegs sich weiterentwickelt und bieten nun Möglichkeiten für einen nachholenden Schulabschluss bei schwierigeren Bildungsbiografien. In der gegenwärtigen Lage mit vielen Zugewanderten sind die Weiterbildungskollegs ein wichtiges Angebot für junge Erwachsene. Das Bundesbildungsministerium besteht aber auf den Nachweis der Berufstätigkeit. Die schulpolitischen Sprecherinnen aller Landtagsfraktionen haben deshalb Bundesministerin Wanka angeschrieben und um eine lebensnähere Praxis gebeten, z.B. dass Berufstätigkeit auch per Eides Statt und durch Glaubhaftmachung nachgewiesen werden darf, denn Flüchtlinge haben selten alle Papiere mit sich. Leider gibt es auch nach Wochen keine Antwort aus Berlin.

Mit dem Angebot des Landes „Abitur online“, welches jetzt auch im Weiterbildungskolleg Bonn/Euskirchen angeboten wird, ist mit geringerer Präsenzpflicht der Schülerinnen und Schüler das Abitur mit individuelleren Bedingungen erreichbar. Insbesondere im ländlichen Bereich werden zumindest die Fahrzeiten eingespart. Auch von den in dem Bereich tätigen Lehrpersonen kamen nur positive  Rückmeldungen zu dem Angebot.

Zum Abrundung des Besuches konnte Gudrun Zentis an einer Unterrichtsstunde eines Sprachkurses für Zugewanderte teilnehmen. Wie überall im Lande, wo sie Weiterbildungseinrichtungen besucht, in denen Sprachkurse erteilt werden, traf sie auf sehr motivierte Menschen, die bemüht sind die deutsche Sprache zu erlernen. Ein Teilnehmer, der täglich morgens und abends mindestens 1 1/2 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Schulweg  bewältigt, teilweise auch Fußwege von mehreren Kilometern in Kauf nimmt, um zum Unterricht zu kommen, äußerte sich in einem nachfolgenden Gespräch, dass er hier leben will, dass er hier arbeiten will und dass es dann selbstverständlich sei die deutsche Sprache zu erlernen. Problem dieses Personenkreises ist, je nach Wohnort auch die hohen Fahrtkosten, die insbesondere in einem so großen und ländlichen Bereich anfallen, stemmen zu können.

 

 

 

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