Spitzenforschung zum Klimagerechten Bauen in Jülich

 

Von l. nach r.: Arnd Klocke MdL, Gudrun Zentis MdL, Isabel Elsner, Dr. Ralf Lehmann, Sebastian Steininger, Dr. Joachim Göttsche, Emily Willkomm-Laufs, Prof. Dr. Bernd Döring

 

Zum Thema klimagerechtes Bauen besuchten die GRÜNE kreisdürener Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis gemeinsam mit MdL Arndt Klocke, Sprecher für Verkehr, Wohnen und Stadtentwicklung, der Landtagskandidatin der GRÜNEN für den Nordkreis Isabel Elsner und Lokalpolitikern aus Jülich das Solar-Institut Jülich (SIJ). Seit fast 25 Jahren arbeitet das SIJ an innovativen, anwendungsorientierten Entwicklungen in den Bereichen der regenerativen und effizienten Energienutzung in direkter Zusammenarbeit mit der Industrie, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Vom Solarhaus in den 80er bis zu Plusenergiehäusern berichteten der Ingenieur Prof. Dr.-Ing Bernd Döring, der an der Fachhochschule Aachen das Lehrgebiet Gebäudetechnik vertritt und Dr. rer. nat. Joachim Göttsche, Abteilungsleiter für effiziente Gebäude- und Anlagentechnik am SIJ über die Entwicklung des klimagerechten Bauens und was in Zukunft möglich sein wird.

An Projekten wie dem Science College Overbach (SCO) in Jülich-Barmen wurde demonstriert, dass heute längst nicht mehr nur die Wärmedämmung zur regenerativen und effizienten Energienutzung eine Rolle spielt. Im SCO, das mit dem SIJ unter neuesten Standards konzipiert wurde, werden beispielsweise im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung nicht nur die Scheiben variabel getönt, so dass die Sonneneinstrahlung die Hitze draußen lässt, aber die Sicht nach draußen nicht gestört ist, sondern sogar durch den Einsatz von Spiegeln auf dem Dach das Tageslicht optimal ausgenutzt.

Mit Forschungspartnern aus Wissenschaft und Industrie wird im Projekt BISTRO* die thermische Speicherung in Gebäuden erforscht, indem die Wärmekapazität von Gebäuden durch innovative Materialien optimiert wird, damit diese 3- 4 Tage für die Raumheizung als Speicher zur Verfügung steht. So lässt sich die Wärmepumpe vorrangig dann betreiben, wenn der Anteil an regenerativem Strom im Netz hoch ist.

Alle technischen Lösungen im SIJ in den jeweiligen Projekten werden in enger Kooperation mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft erarbeitet, mit dem Ziel, dass sie zur Marktreife gelangen und umgesetzt werden können. Die Grünen zeigten sich sehr beeindruckt vom Stand der Forschung auf dem Gebiet der Gebäudetechnik am Solar-Institut Jülich und lobten die praxisnahe Anwendung damit die Energiewende gelingen kann. Gudrun Zentis brachte zum Ausdruck, dass sie sich eine praxisnahe Umsetzung insbesondere in Jülich wünscht. Als ideales Baugebiet bietet sich die Fläche der ehemaligen Fachhochschule in Ergänzung zu den Planungen für die Merscher Höhe für den „Brainergy-Park Jülich“ an.  „Wenn aber gerade da gebaut wird, wo man nur mit dem Auto hinkommt, nützt die neueste Gebäudetechnik mit optimaler Energiebilanz nicht viel. Deshalb muss die Verkehrsinfrastruktur und insbesondere der öffentliche Personennahverkehr in die Überlegungen mit einem übergreifenden Energiekonzept einbezogen werden “, so die Grünen Besucher.

„Man rechnet mit ca. 100 € an gesellschaftlichen Kosten der Umweltauswirkungen pro Tonne erzeugten CO2. Wenn diese Kosten in die Stromerzeugung eingepreist würden, würde man bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe nicht mehr von günstiger Energie sprechen,“ resümiert Dr. Göttsche.

*BISTRO=Bauwerksintegrierte thermische Speicherung für das Lastmanagement von Stromnetzen mit hohem Anteil erneuerbarer Energiequellen

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